Montag, Juni 18, 2007

Das Morphem ist das kleinste Sprachelement, das noch eine
Bedeutung traegt . Es laesst sich nicht weiter zerlegen, ohne
dass jede Bedeutung verlorgen geht . Ohr, klein sind Morpheme;
Ohrmuschel ist ein Begriff und besteht aus zwei Morphemen,
Ohr und Muschel . Zerlegen laesst sich ein Morphem in
Phoneme: in Lauteinheiten . Das Phonem ist die kleinste,
potentiell bedeutungsunterscheidende Lauteinheit . Das
Morphem TAG besteht aus drei Phonemen, deren Auswechslung
den Sinn veraenderte: Hag, Tick, Tal
Woerter (Lexeme) vertreten nicht die Dinge selbst . Vielmehr
vertreten sie die Ordnung, die unser Geist den Dingen gibt .
(aus: D. E. Zimmer . So kommt der Mensch zur Sprache)

Samstag, Juni 16, 2007

Die deutsche Sprache war noch nie so gut in Form wie heute.
Gar keine Frage! Das Deutsche hatte noch nie einen so großen
Wortschatz. Und wir haben heute im Bereich der Syntax
wahnsinnig feine Differenzierungsmöglichkeiten – viel größere
etwa als zur Zeit der Klassik. Außerdem hat es noch nie so
vielfältige Verwendungsmöglichkeiten des Deutschen gegeben.
Wir haben eine ausgebaute Wissenschaftssprache, eine ausgebaute
Literatursprache, eine ausgebaute Mediensprache. Sie können
hingucken, wohin Sie wollen: An unserer Sprache liegt es nicht,
wenn wir nicht gut sprechen. Sie gibt uns alle Möglichkeiten –
und die waren noch nie so vielfältig wie heute.
(aus: www.die-macht-der-sprache.de . P. Eisenberg Interview)

Freitag, Juni 15, 2007

Shakespeare hat eine besondere Gabe, das Naerrische
auszudruecken, Empfindungen und Gedanken zu malen,
dergleichen man kurz vor dem Einschlafen oder im leichten
Fieber hat . Mir ist alsdann schon oft ein Mann wie eine
Einmaleins-Tafel vorgekommen und die Ewigkeit wie ein
Buecherschrank . (aus: Lichtenberg . Aphorismen)

Donnerstag, Juni 14, 2007


Sich bewegen heisst leben, sich in Worte fassen heisst ueberleben .
Nichts im Leben ist weniger wirklich, weil es gut beschrieben wurde .
(Buch der Unruhe . Pessoa)

Mittwoch, Juni 13, 2007

In Japan gilt folgende Ueberlieferung als Stueck authentischer
Geschichtsschreibung: Als Ota Dokan, der grosse Erbauer des
kaiserlichen Palastes in Tokio, von einem Speer durchbohrt
wurde, begleitete sein Moerder - im Wissen um die poetische
Ader des Opfers - seinen Speerwurf mit dem Zweizeiler:

Oh, wie in Momenten wie diesen
Unser Herz das Licht des Lebens neidet.

Daraufhin der sterbende Held, von der toedlichen Wunde in
seiner Seite nicht im Geringsten entmutigt, die Verse ergaenzte:

Wenn es nicht in friedlichen Stunden
Gelernt hat, das Leben licht zu sehen.

(aus: Bushido . The Soul of Japan . 1899 . Inazo Nitobe)

Dienstag, Juni 12, 2007

Wo Form ist, ist immer auch Gehalt, ist immer auch Stoff .
Der Dichter braucht sich also durchaus nicht um Stoff, ja
nicht einmal um Gehalt zu kuemmern; er wende sich allein
der Form zu; durch das, was er hier erreicht, erreicht er alles .
Moege das paradox toenen; es gab eine Zeit, wo ich es selber
nicht annehmen wollte; in der Erfahrung, aus der Naehe
gesehen offenbart es sich eben als etwas ganz anderes, als
es zuerst erschien, durchaus nicht als eine Verminderung
des Geistes, des Werts, des eigentlichen Lebens, -
im Gegenteil . (aus: Ludwig Hohl . Die Notizen . 1984)

Montag, Juni 11, 2007

Eine Tuer sagt man bestehe aus fuenf Elementen .
Diese seien die Tuer selbst als die Erde .
Die Schwelle das ewige Meer das Wasser .
Schloss und Tuerklinke geben den Aspekt Feuer wieder
und der Tuerrahmen bildet das Himmelsgewoelbe die Luft .
Bleibt noch das Scharnier welches die Naturgesetze symbolisiert
und uns erinnert die Welt nicht aus den Angeln zu heben .

Freitag, Juni 08, 2007

Alle Dialekte der deutschen Sprache blieben auf eine relativ
scharf abgegrenzte Gegend beschraenkt und entwickelten
sich bodenstaendig . Allerdings entstand ein deutscher
Dialekt, der nicht aus einem Bevoelkerungsstamm heraus-
wuchs sondern schon fruehzeitig vielen von außen kommenden
Spracheinfluessen ausgesetzt war: Die Berliner Mundart, die
eine bunte Mischung eines Schmelztiegeldialekts ist . Trotz
der Sprachvermischung ist diese Mundart nicht etwa vulgaer
oder falsches Deutsch, sondern ein sich nach besonderen
Gesetzen entwickelter Dialekt . Der Schriftsteller Willibald
Alexis uebertrieb sicherlich, als er schrieb, das Berlinische
sei ein Jargon aus verdorbenem Plattdeutsch und allem
Kehricht und Abwurf der hoeheren Gesellschaft .
Tatsaechlich ist Plattdeutsch die Basis dieser Mundart; man
sprach mehr als drei Jahrhunderte nur Niederdeutsch in
Spree-Athen . In dieser Periode entstanden Woerter wie
Neese, Schnute, Toele, groelen, kieken, buddeln, kloppen
Kuhle, Goere, wat und icke . 1434 unterbrach Kurfuerst
Friedrich II. den nach Norddeutschland orientierten Handel,
der sich daraufhin nach Leipzig wandte . Nun tauschten die
Berliner das G gegen ein J aus, und es entstand folgender
Dialog: "Wann jibts wat zu essen?" Antwort: "Jibs jibts inne
Jibsfabrik, aba ne jut jebratene Jans is ne jute Jabe Jottes."
(aus: Sprache Ausdruck des Geistes . G. Megla)

Dienstag, Mai 29, 2007

ANEMOPHILE (griech. anemos - "Wind", phileo - "ich liebe") -
ursprünglich Windanbeter im alten Griechenland. Im weiteren
Sinne alle, für die die Zukunft ohne Vergangenheit existiert.
Die Anemophilen ziehen den Wind stets seiner Abwesenheit
vor, selbst wenn es sich um den stärksten Sturm handelt. Die
Anemophilen begrüßen stets alle Veränderungen, selbst wenn
es keine Veränderungen zum Besseren sind. Dieser Optimismus
gründet auf einem besonders hohen Grad der Überzeugtheit
davon, daß die Zeit unendlich und der UHRMACHER allmächtig ist.
(Ivetta Gerasimchuk . Woerterbuch der Winde)

Montag, Mai 28, 2007


in the bick rock candy mountain waechst mir am schenkel
eine fountain aus der quelle stromanbieter sprech ich zum
vermieter gib acht heut nacht um neun im sommer dieser
stunde schlaegt der ursprung aus dem kreis der runde reiten
cowboys ihre pfunde kiloschwere bullen heim heimwaerts
ziehen zum musenfeuer blockbuster keaton und gevatter gleim
prince bonnie kick the billy hoert man das alte lied von willi
werner deutscher kerner hundescheisse made at home
the white cube weisheit reim reimt sichs nicht ist auch nicht
schlimm es gibt ja noch gebruder grimm schlimm noch schlimmer
wirds wenn einer niesst und ruehrei an der decke spriesst wenn
dotter mir die sonne lacht und eiweiss einen brand entfacht wenn
jede schale ein pokal und jedes huhn kollateral den schaden aus
dem scharraum scharrt und aller sinn nach ganzheit knarrt wenn
oderneid und elbestolz den john von seinem holz befreit dann
sagt man wieder dort wohin die eichel faellt entsteht die neue
eichenwelt dort wohin dein herz dich traegt bleibt ohne schwert
der leichenheld ich laiche hin du leise her abzulaichen ist nicht
schwer one ich gone er im allphabet steht angelehnt das a noch
vor dem b waechst aus dem c das d noch unvergoren aus zwei
trompeten ohren hoert man ein baby aus dem kreischsaal
schreien ist speichel auch der schleim die suppe ur das
lebenswasser der mutterkuchen nasser picknickkorb orbit
strasser bubamare forbes king kong club of us and ding dong

Sonntag, Mai 27, 2007

Am Tage Schawuot, der später bei den Christen den
Namen „Pfingsten” erhielt, ereignete sich durch die
biblisch berichtete Herabkunft des Heiligen Geistes
das Pfingstwunder: Durch Feuerzungen sichtbar kam
der Heilige Geist über die Jünger und bewirkte ihr
Sprechen in vielen fremden Sprachen.

Samstag, Mai 26, 2007

Denn die von Ignacio de Loyola, einem Zeitgenossen von
Johann Gutenberg, Don Quichotte, von Tintenfaessern und
Gaensefedern, erfundene Vorrichtung war in Wirklichkeit
ein Prototyp einer Schreibmaschine, ihr Versuchsmuster .
Die wichtigsten Worte, die von dieser Schreibmaschine,
dazu ausgedacht, die Welt unermuedlich umzuschreiben,
zurueckgelassen worden sind, sind ihre letzten Worte
ueber sich selbst: "Sie sollen sein, wie sie sind - oder gar
nicht sein." aus: Ignacios invention . Igor Klech

Freitag, Mai 25, 2007

Der zweite Aspekt, auf den ich hinweisen moechte, ist die
zunehmende Komplexitaet der Realitaet, der Beziehung
zwischen dem Realen und dem Imaginaeren, denn das ist
ein Bereich von kommunzierenden Roehren . Bretons Buch
"Die kommunzierenden Roehren" macht diese eigentuemliche
Beziehung sichtbar und verstaendlich . (Edgar Morin)

Wichtig ist, dass sich der Komponist selbst beim Komponieren
umkomponiert.“ (Brian Ferneyhough)

so als waere das flexible auch das spezifische
dass sich an der aufgabe und wirkung orientiert

Donnerstag, Mai 24, 2007

Unter dem Zauber des Dionysischen schliesst sich nicht nur
der Bund zwischen Mensch und Mensch wieder zusammen:
auch die entfremdete, feindliche oder unterjochte Natur
feiert wieder ihr Versoehnungsfest mit ihrem verlorenen
Sohne, dem Menschen . Freiwillig beut die Erde ihre Gaben,
und friedfertig nahen die Raubtiere der Felsen und der Wueste .
Mit Blumen und Kraenzen ist der Wagen des Dionysus
ueberschuettet: unter seinem Joche schreiten Panther und
Tiger . (...) Wie jetzt die Tiere reden, und die Erde Milch und
Honig gibt, so toent auch aus ihm etwas Uebernatuerliches:
als Gott fuehlt er sich, er selbst wandelt jetzt so verzueckt
und erhoben, wie er die Goetter im Traume wandeln sah .
Der Mensch ist nicht mehr Kuenstler, er ist Kunstwerk
geworden, die Kunstgewalt der ganzen Natur, zur hoechsten
Wonnebefriedigung der Ur-Einen, offenbart sich hier unter
den Schauern des Rausches .
aus: die Geburt der Tragoedie . F. Nietzsche

Mittwoch, Mai 23, 2007


Ihr Alphabet hat vierundzwanzig Buchstaben . Der erste und der
vierundzwanzigste sind das "A" . Das Alphabet hat es schon vor
der Erschaffung des Universums gegeben . Jeder Buchstabe ist
aus dem vorigen hervorgegangen und hat ihn geruehmt, bis das
ganze Alphabet vor Stolz angeschwollen ist . Die Buchstaben
reihten sich zu beiden Seiten des "L" auf, des mittleren Buch-
staben, wie feindliche Lager, die einander gegenueberstehen,
bis die Buchstaben erkannten, dass es ohne Zusammenarbeit
keine Sprache geben koenne, worauf sie sich alle an den Haenden
fassten . (Die Mandaer . Eliot Weinberger)
Das also ist Jahrtausende lang das Bild der Menschheit gewesen:
voneinander befreit einerseits die Hand (die Gebaerde) und ihre
Herstellungsfunktionen, andererseits die visuelle Wahrnehmung
(die Sprache) und ihre Lautgebungsfunktionen. Und die Schrift?
Sie ist selbstredend Rueckgriff auf die Hand . Selbst wenn ihre
Funktion darin liegt, die Laute der Sprache (in den Alphabeten)
zu "transkribieren", umso mehr als sie die Gebaerde nachzeichnet
(in den Ideogrammen) - sie geht durch die Hand:
die Sprache faellt an diesen Teil des Koerpers zurueck, dessen
Unabhaengigkeit ihr sogar die Entstehung erlaubt hatte .
aus: Variationen ueber die Schrift . Roland Barthes

Freitag, Mai 18, 2007

Es muss vermieden werden, dass ein einziger Sinn sich
aufdraengt: der leere Raum um das Wort herum, das Spiel
mit der Typographie, die raeumliche Komposition des Textes
tragen dazu bei, dem Wort eine Aura des Unbestimmten zu
verleihen und es auf tausend verschiedene Dinge hindeuten
zu lassen . (Umberto Eco . Das offene Kunstwerk 1977)

Montag, Mai 14, 2007

Zitate sind Mundraub . Sie dienen nicht der Argumentation,
sondern der Legitimierung . Was gibt es edleres am eigenen,
fadenscheinigen Textgewebe als die aufgesteckte Brosche
eines entwendeten, schoenen, wichtigen Satzes! (Beat Wyss)
Das, was ich also Text nenne, ist alles, ist praktisch alles.
Es ist alles, das heisst, es gibt einen Text, sobald es eine
Spur gibt, eine differentielle Verweisung von einer Spur
auf die andere . Der Text beschraenkt sich folglich nicht
auf das Geschriebene, auf das, was man Schrift nennt im
Gegensatz zur Rede . Der Text ist kein Zentrum . Der Text
ist diese Offenheit ohne Grenzen der differentiellen
Verweisung . (Jacques Derdiedas 1987)

Sonntag, Mai 13, 2007


Vor fuenfhundert Jahren stieß der Chef eines hoeheren Sechsecks
auf ein Buch, das so verworren war wie die anderen, das jedoch
fast zwei Bogen gleichartiger Zeilen aufwies . Er zeigte seinen
Fund einem wandernden Entzifferer, der ihm sagte sie seien in
Portugiesisch abgefaßt; andere sagten dagegen, in Jiddisch. Vor
Ablauf eines Jahrhunderts konnte die Sprachform bestimmt
werden: Es handelte sich um eine samojedisch-litauische
Dialektform des Guarani mit einem Einschlag von klassischem
Arabisch . (aus: Die Bibliothek von Babel . J.L. Borges)

Freitag, Mai 11, 2007

Uns naeher und anscheinend weniger mythisch, soll
Bischof Wulfila im 4. Jahrhundert die gotische Schrift
erfunden haben (nicht zu verwechseln mit der Gotik),
dazu bestimmt, die germanische Sprache der im
Norden des Schwarzen Meeres niedergelassenen
Goten aufzuzeichnen . Doalu Bukere schenkte den
Vai von Liberia eine Schrift, und die Mende von Sierra
Leone erhielten ihre Silbenschrift von einem Schneider,
der sie eigens fuer sie erfand . Die Schrift faellt in der
Tat in den Bereich einer Mythologie der Erfindung:
weil sie reines System ist, scheint sie von einer
Rationalitaet der Verfertigung, einem Einfallsreichtum
der Gestaltung abzuhaengen: kurz, sie ist, mythologisch
gesehen, eine Spielerei .
(aus Roland Barthes Variationen ueber die Schrift)

Donnerstag, Mai 10, 2007

Die Alexandrinische Dichterschule studierte die Metrik, das
Skandieren, das Rezitativ, die Schlußklausel und oberflaechlich
die Kithara. Diese Schule gab der Welt die kompliziertesten und
feinsten rhythmischen Muster: den Jambus, den Choreus, Daktylus,
Amphibrachys, Anapaest, Spondeus, Proceleusmaticus, die fuenf
Paeane, den Baccheus (Anti- und Palim-), den Ampimazer,
Molossus, Ionicus a minore und a majore, den Antispast,
Chroiambus, die Epitrite, Tribrachys, Dispondeus, - ich nenne
die wichtigen. Sie lehrte sowohl das komplexe Gedicht als auch
Strophik. Sie begriffen auch die Bedeutung des Graphischen, die
Hervorhebung im Text mit verschiedenen Buchstaben (kursiv, nicht
standardisierten Schriften) oder aber das Zeichnen des gesamten
Gedichts in Form einer Taube, eines Adlers, eines Springbrunnens,
einer Hose, einer Akropolis oder eines Baums (Nußbaum, Platane,
Feigenbaum). Es gibt Poeme ueber Schlachten, in denen die Schrift
Gefechte zeichnet mit gesonderten Markierungen der Pferde, der
Hopliten, des Waffenarsenals und sogar der Landschaften:
Wasserfaelle, Felsen, Berggipfel, Goetter im Sturzflug wie Bomber.
(aus Viktor Sosnar . Rede von Lilith)

Dienstag, Mai 08, 2007


Empedokles, Nachfahre von Göttinnen und Königen, verzichtete
auf den einen wie den anderen Titel, liebte Priesterinnen und Pythien,
die mit den Fackeln . Er schreibt ein Poem, wie zwischen Sternen und
Planeten, Asteroiden und Feuerwagen Haende, Fuesse, Schaedelteile,
Daerme, Rueckgrate, Ellbogen, Skelette, Sehnen, Aorten, Haar, eine
Leber, Schnurrbaerte, Geschlechtsorgane, Ohren, Brustkoerbe,
Augaepfel durcheinanderfliegen (er beschreibt minitiös die
anatomischen Details) und nach der Methode der Proben und
Zusammenstoesse, sich oft irrend, schliesslich sich zu menschlichen
Koerpern fuegen. Aus irgendeinem Grund gehen sie nicht auf die
Erde, wohin aber dann ... (Viktor Sosnora: Rede von Lilith)

Freitag, Mai 04, 2007

Vielleicht hat das Wort "deutsch" auch mit dem Deuten zu tun,
mit der die Zukunft weisenden Kraft, die in dem Worte liegt,
dem geistige Begnadung verliehen wurde .
(Theologia Deutsch Ende 14. Jahrhundert)
Dabei liegt es nahe, anzunehmen, dass die THEOLOGIA DEUTSCH
einige Jahrzehnte, wenn nicht einige Menschenalter nach Eckarts,
Seuses und Taulers Tod niedergeschrieben worden ist, eventuell
in Form von geistlichen Ansprachen (collationes), wie wir sie von
anderen Mystikern, etwa Eckart, kennen.
Und was die Anonymitaet betrifft, so war die Sache jenem
Frankfurter offensichtlich wichtiger als die Hervorkehrung seiner
Autorschaft . (aus "die deutsche mystik" gerhard wehr)
"Die es wissen, sagen es nicht und
die es sagen, wissen es nicht."
Wie wenn ueberhaupt - soll das Unsagbare,
weil die Grenzen des Diesseitigen Ueberschreitende
bzw. von jenseits her Kommende, gesagt werden?
(Taoismus)

Donnerstag, Mai 03, 2007

Schliesslich blieb ihnen nichts anderes uebrig, als ihre Buecher
aus Ochsen und Schafshaut zu kochen und um ihr Leben zu
retten, zu verspeisen . So landete all ihr Wissen in ihren Maegen
und die Buecher verschwanden . Wenn sie nun zu einer Zeremonie
gerufen werden, betrinken sie sich zuerst so, dass ihnen ihr
Wissen vom Magen zu Kopfe steigt und sie sich in den Stand
versetzt fuehlen, die ansonsten verlorenen und vergessenen
Texte herbeizurezitieren .
(Naxi/Moso II . Michael Opitz)

Dienstag, Mai 01, 2007


Es ist ein Ausdruck der Idee, dass Handel und Kommerz der
neue Gott sind . Und wie immmer beim Kommerz muss alles
gleich und stromlinienfoermig sein .
Die an die Gotik erinnernden Formen verschwinden, und man
bekommt nur riesige Gebaeude, wie die beiden enormen
World-Trade-Centre-Schachteln in New York: Symbole der
neuen Religion .
Die Menschen wollen einfach nicht begreifen, dass Kultur
genau dass ist, was nicht verkauft und gekauft werden kann .
Die taegliche politische Praxis wird immer mehr vergiftet .
In Kalifornien wurde das Amendment 184 zum Gesetz erhoben .
Das bedeutet, dass einer, der zum dritten Mal verhaftet wird,
nie mehr frei kommt .
Ob es nun Buddha, Mohammed oder Jesus sei, immer zeigt
sich, dass es in der Religion nicht um Reden, sondern um
Tun geht, oder, wie geschrieben steht: "An ihren Taten sollt
ihr sie erkennen". Das ist es . Mehr ist nicht noetig .
(Peter Sellars 1995)
Man muss schon schrecklich religioes sein
um ein Kuenstler werden zu koennen . (D.H.Lawrence)

Sonntag, April 29, 2007

Beschwerde Gewuerz Gluecksspiel Ueberschrift
Goldminenanteil Ichmensch Brieftraeger Keimgut
Gartenblume Ergebnis Ehefrau Salatsorte Speicher
von damals von wegen von dir
von dich von vier im sinne von
von heute an von vorn von mich
von sieben bis acht von sich aus

Donnerstag, April 19, 2007

Ich glaube der Kuenstler hat heute mehr denn je diese
Parareligioese Mission zu erfuellen, die Flamme einer
inneren Vision brennend zu erhalten deren getreueste
Uebersetzung fuer den Laien das Kunstwerk ist . (M.D.)

Mittwoch, April 18, 2007


Montag, April 16, 2007

Bücher, so hat der Dichter Jean Paul einmal bemerkt, sind
dickere Briefe an Freunde. Mit diesem Satz hat er Wesen
und Funktion des Humanismus quintessentiell und anmutig
beim Namen genannt: Er ist freundschaftstiftende
Telekommunikation im Medium der Schrift . Was von den
Tagen Ciceros an humanitas heißt, gehört im engsten und
im weitesten Sinne zu den Folgen der Alphabetisierung .
(Sloterdijk)

Montag, April 09, 2007

SALBEIMEER . DONNERROST . KNOCHENBAUER .
SPLITTERBIENEN . ERDKNOTEN . RAUCHSCHLAG .
LUFTPELLE . GESTALTUNGSDORF . ALLTAGSKNOLLE .
SCHWARMGEWICHT . WIRBELWIR . NIEDERLOT .
WEGWEIZEN . SCHOENLOESER . NASSNATUR .
VOKALSCHUPPEN . FAULFEUCHTE . SCHWERFELDREICH .
DUFTSCHLEUSE . GEWITTERGRIFF . GERAEUSCHWORT .
ueber musik etwas zu sagen ist selbst schon ein paradox .
es gibt eine spannung zwischen wort und musik, die von anfang
an, schon in der griechischen mythologie, eine tragische und
frustrierte spannung ist . die sprache ist immer eifersuechtig
auf die musik, war es immer . in der sprache herrschen die
fesseln der logik . musik dagegen kennt die polyphonie, musik
kann mit der zeit spielen, kann die zeit umdrehen, im kanon,
im kontrapunkt . die sprache kann es nicht . (george steiner)
fraktaler akt der unendlichkeit
kapelle zum steinernen mehlsack
kruemel und broeckel aus der gefuegeform
solange das gesagte seine mehrdeutigkeit behaelt
was wir sehen blickt uns an
ein schaedel aus der schaedelzeit
denn die welt ist ein ganzes
die seele des ganzen liegt im detail

Freitag, März 16, 2007


Donnerstag, März 15, 2007

GEWOELBEVERS
ZENTRALNATUR
RITUALNOMADE
JENSEITSHAUPT
BODENREISE
WELTKEIM
WURZELWOLKEN
SCHWEBSTROM
STEINREDE
FLUGMARMOR
DER SAME DAS ZEICHEN PI UND DIE KAPELLE
ploetzlich wird aus einem WIE ein WO
und aus diesem WO ein WANN und aus
diesem WANN ein WER und aus diesem
WER wird augenblicklich dieses WIE

Montag, März 12, 2007

"Ihr schmeichelte das rechte Bedenken, so wurde sie überzeugt.
Nachdem die Denkbarriere gefallen, sprang auf das Tor
und öffnete breit den ansonsten verschlossenen Abgrund
(zwischen Schein und Sein), die erzbeschienten Pfosten drehten
sich in ihren Pfannen, und das rechte Bedenken lenkte gerade
hindurch Intuition und Bewußtsein."
(aus: Das Lehrgedicht des Parmenides ca. 500 v.Chr.)

Sonntag, März 11, 2007

Rueckenaxtaufschaedelhecke
Wurmwortsatzdieschulterstrecke
Fuenffingerwarmlecktmirdiezunge
Denleberfleckwegmitderlunge
Aufdeinensuessensiebenschlaefen
Schlafenluegensegelindenhaefen
Treibentraeumeausdembauch
Durchschnabelspurdieascherauch

Dienstag, März 06, 2007


MULCHMISCHUNG
Gelbklee Hornschotenklee Weißklee
Luzern Esparsette Rotklee Alexandrinerklee
Inkarnatklee Schwedenklee Zottelwicken
Ölrettich Winterraps Winterrübsen Gelbsenf
Phacelia Buchweizen Ackersenf Futtermalve
Kleiner Wiesenknopf Spitzwegerich Schafgarbe
Weiße Wucherblume Gänseblümchen Kuemmel
Echte Kamille Wegwarte Wilde Möhre

Montag, März 05, 2007

schwester nester was macht die nase vase voll wie die blase
tropft wein wie die traube schraube aus deiner locke die taube
jetzt fetzt benetzt du stehst im licht bricht wo schatten horror
das messer sticht dicht dein knie sieh tief ist die tugend das
schamhaar der jugend ist weich reich wie das fell im samen
der buche fluche suche und fliehe ziehe heart herzgebirge
vergluehe verbluehe versammel die quellen die stellen im
dunkeln im hellen begreife die zeit geist reisst deine schleife
verlaeuft meist die acht unendlich dunkel die nacht entfacht
die silbe die stille die liebe die fuelle die triebe dein wunsch
ist der suender chor all der muender gleichklang der toene
versoehne den gaumen damen lippen beiss in die pflaumen
schmeck lecke den saft gib licht in die augen pfauen saugen
steig in dein becken schulter hol kraft reib treib ein dich mit
milch mutter der kinder geh auf die weide leide bruell wie die
rinder leg an die felle die falle voll gras das menschliche mass
trag ab das denken sand land zu verschenken tau auf die sinne
regen rinne biene und waben speicher das sein singe im haben

Samstag, März 03, 2007

Himmelslicht hab ich gemessen,
jetzt mess ich die Schatten der Erde.
Himmlischer Art mein Geist -
Schatten mein Leib, der hier liegt.
(Keplers Grabinschrift)
Fuer den Dichter ist der Mittag der Augenblick, "in dem man
auf dem Nacken geht"; fuer einen anderen ist es der Moment,
in dem "die Sonne ihren Schatten verschlingt wie das Feuer
die Reiser". (Zitat al-Bíruní)

Man versuche nie einen Schatten in Materie zu verwandeln .
(aus Casati-dieEntdeckungdesSchattens)

Freitag, März 02, 2007

This is my living faith, an active faith, a faith of verbs:
to question, explore, experiment, experience, walk, run,
dance, play, eat, love, learn, dare, taste, touch, smell, listen,
argue, speak, write, read, draw, provoke, emote, scream,
sin, repent, cry, kneel, pray, bow, rise, stand, look, laugh,
cajole, create, confront, confound, walk back, walk forward,
circle, hide, and seek.
To seek: to embrace the questions, be wary of answers.
Terry Tempest Williams, naturalist and author (1955- )

Dienstag, Februar 27, 2007


A B C D schneevongestern
allebruedersindauchschwestern
dirdeinschaffenistauchwissen
zugenaehtderletztebissen
aufgekautdasschwarzebrot
unverdautdermenschheitskot
spielgeldspielgeldanderwand
nordpolsuedpoldudiehand
abfallerdeschreinachstille
weltallvorgestaltundwille

Montag, Februar 26, 2007

he was my north my south my east and west
my working week and my sunday rest
my noon my midnight my talk my song
i thought that love would last forever
i was wrong (w.h.auden)

Sonntag, Februar 25, 2007

Wir kennen eigentlich nur das, was sich selbst kennt. Von diesem
tiefsinnigen Gedanken aus erscheint die Konsequenz natürlich: die
Natur ist unbegreiflich per se. Sie ist es gar nicht aus einem zufälligen
Grunde, sondern sofern das Licht des Bewußtseins sie nur von außen
trifft. Sie erscheint nun aber als ein Universaltropus des Geistes, d. h.
als ein symbolisches Bild desselben. Demgemäß ist sie durch diesen
allein verständlich. Und wie nun Hardenberg in betreff des innersten
Geheimnisses unserer selbst in unaufhörlichen Vermutungen begriffen
ist: so sieht er auch das diesem entsprechende Innerste der Natur wie
in den wechselnden Beleuchtungen solcher auf- und absteigender
letzter Konzeptionen. »Die Welt ist eine sinnlich wahrnehmbare, zur
Maschine gewordene Einbildungskraft.« Dann wieder erscheint ihm
das Herz als der Schlüssel der Welt. Oder er findet, daß wir immer
zuletzt an den Willen stoßen, als hervorbringenden Grund. Dieser
Wechsel, vermöge dessen das ganz voneinander Abstehende wie
Schatten ineinander verfließt, liegt in der Natur dieser Konzeptionen.
Er erscheint schon in Jakob Böhme, dessen Einfluß hier, wie in
Schellings späterer Epoche und in Schopenhauer sichtbar ist.
Ganz deutlich ist nur die negative Erkenntnis, daß die Welt, wie wir
sie nicht anders als nach Analogie unseres Ich aufzufassen vermögen,
nicht aus der Vernunft, als dem Grundcharakter desselben erklärt
werden könne, sondern aus einer gärenden Tiefe dieses Ich, welche,
uns selber Geheimnis, in Wille, Gemüt oder Einbildungskraft
mindestens ebenso primär hervorbreche.
(Dilthey . Das Erlebnis und die Dichtung 1906)
Die Ideen hat man - in den Glaubensgewißheiten lebt man
AN DIE DINGE DENKEN und MIT IHNEN RECHNEN (O.Gasset)

Samstag, Februar 10, 2007


110:16:03 McCandless: ++ We'd like to get both of you
in the field-of-view of the camera for a minute ++ (Pause)
Neil and Buzz, the President of the United States is in his
office now and would like to say a few words to you + Over +

http://www.apollo-projekt.de/a11_nixon.mp3
Neue Prinzipien in der Sprachforschung tauchen
nach den Griechen erst gegen Ende des 18. und
Anfang des 19. Jahrhunderts bei den Deutschen
auf. Es entsteht die philosophisch- historische
Sprachwissenschaft. An der Spitze derselben steht
Herders (1744 bis 1803) Abhandlung über den
Ursprung der Sprache (verfaßt 1770), in der er
nachwies, daß der Mensch kraft des Charakters
seiner Gattung, der Merkmale suchenden Besonnenheit,
unterstützt von der ihn tönend umgebenden Natur, sich
notwendig Sprache und Poesie habe erschaffen müssen.
http://www.textlog.de/2083.html
Vor dem Denkmal der gottseligen Kaiserin Augusta, das
marmorn und gradlinig in Berlin aufgerichtet ist, stand
einmal ein alter Arbeiter. Der sah sich die Landesmutter
lange an. Und dann sprach er: »Die sieht so eenjal aus!«
Das ist nun überhaupt nicht zu übersetzen.
Darin liegt alles: die preußische Nüchternheit, die
unpersönliche Pose und die Konstatierung, dass von
solchen Kaiserinnen vierundzwanzig auf zwei Dutzend
gingen. »Eenjal –« mit diesem Wort war der Fall erledigt.
(Tucholsky :: Berliner Mutterlaut)
Das andenkende Erinnern - Mnemosyne, die Mutter aller
anderen Musen und Kuenste - vermag sprachlich so zu
konzentrieren, daß das Gedachte sich in etwas verwandelt,
was sich unmittelbar dem Gedaechtnis einpraege; und auch
Rhyhtmus und Reim, die technischen Mittel der Dichtkunst,
stammen noch aus dieser aeussersten Konzentration . Die
urspruengliche Naehe des Gedaechtnisses zu dem lebendigen
andenkenden Erinnern ermoeglicht es dem Gedicht, auch ohne
die Niederschrift in der Welt zu ueberdauern . (Hannah Arendt)

Freitag, Februar 09, 2007

CYBERLIN AT INTERNET KOMMUNIKATION 1NE 0ERO 1NE 1NE 7EVEN NETZHAUTAUTOMATIKION

STROMSCHLEUDER IDEENTANK GLOBALTALK UND DATENBANK PROGRAMM GEFLECHT IN ECHT

ZEITVERSTAERKER AMPLIFIRE MODEM VIA DATENFLUG BLUE & BLACKBOX HARTWARE AKTIVIERT

FRAGMENTS OF SPRECHBIET STRG ALT ENTF DWNLD THE NFEWS CROSSOVER TV BIG MUSE

SCHNITTSTELLE INTERFACE WORLDVERB IM PIXELRACE DOSBOXDOTCOM WOHNWORT ATHOME

NETZWERKUMGEBUNG SUBJEKT & MEDIUM INFORMATION DECODE & ERROR BILDGENERATION

WELTICH SEQUENZEN MATRIX FELDER FREQUENZEN HTML SPRACHBEHAUSUNG GIGASCHNELL
inzwischen hat sich das bewusstsein
auch in die fingerspitzen vorgearbeitet

Dienstag, Januar 30, 2007


Sprache ist nicht, sie geschieht. Die Frage "Was ist Sprache?"
beantwortet sich selbst, indem sie ausgesprochen wird.
Das ist eine Art logischer Purzelbaum, eine autologische Struktur !
Irgendwann beginnt man zu verstehen, dass die Frage die man stellt
schon die moegliche Anwort enthaelt . (Heinz von Foerster)

Montag, Januar 29, 2007

I WALK IN :: I SEE YOU :: I WATCH YOU
I SCAN YOU :: I WAIT FOR YOU :: I TICKLE YOU
I TEASE YOU :: I SEARCH YOU :: I BREATHE YOU
I TALK :: I SMILE :: I TOUCH YOUR HAIR
YOU ARE THE ONE :: YOUR ARE THE ONE
WHO DID THIS TO ME :: YOU ARE MY OWN

(JENNY HOLZER)
Jedes Wort fuehrt eine grosse Erlebnisstrecke mit sich .
Bewussheit zu haben heisst ueberrascht zu werden / abwarten
und nach dem Rhythmus des Windes zur Besinnung kommen .

Freitag, Januar 26, 2007

Das Wort VERS entlehnt aus dem lateinischen vertere (versum)
beschreibt im eigentlichen Sinne das Kehren, Wenden, Drehen .
Ins bildlich uebertragene das Umwenden der Erde durch den
Pflug und die dadurch entstehende Furche als Linie oder Strich,
Zeile oder Reihe .
Cur cha meis tschel arda
Cur cha ma not es
Sclerida
Sun bunfa da fuormar
Meis pled
Per tai
Meis pled
In tai

Wenn mein Himmel brennt
Wenn meine Nacht
Licht ist
Dann kann ich
Mein Wort bilden
Fuer dich
Mein Wort
In dir

Luisa Famos (1930 - 1974) (raetoromanisch)

Mittwoch, Januar 24, 2007


Dienstag, Januar 23, 2007

dativ genitiv vattenfall ... brief an u.

im moment streiten sich der kasper und der drache wer nun bei der
auffuehrung freud spielen darf . der eine faucht der andere kloppt .
die hoeren einfach nich auf mich . und der sepp also der jupp (der
beuys) der kumpel vom kasper der is immer so blumig . stellt nen
strauss auf den tisch und ruft immer bringt mir frisches wasser_wasser
aus dem fjord . und dann fahren die fischer aufs meer . also die mit
dem wikinger brandzeichen und rufen immer vierkant vierkant . als
ob sie nach koenigsberg rudern zur olympiade . und waehrend sie so
rudern und mit ihren motorraedern vollgas geben und nebenbei ihren
heavymetalsound ueber den teer schleifen glaubt man pollock auf dem
sattel sitzen zu sehen mit einer pulle whiskey und einem farbeimer mit
so ner strassenarbeiterkutte . vollreflektiert . die ganze scheiss kunst
geschichte im helm . und waehrend er so als sozi den azubi quaelt der
hinten am motorrad mit einer kette mitgeschleift wird der abhaertung
wegen damit er als waffenschmied was taugt da versucht er gleichzeitig
seinem vordermann die haare anzupinseln bis zu den wurzeln . vollgas
in die retrospektive bruellt er und versucht mit der ganzen kraft
der lautmalerei die schallmauer zu durchbrechen . gelingt ihm aber
nicht . irgendwann ist schluss . meist an einer tankstelle . volltanken .
pissen . bier saufen . reden schwingen . ps zaehlen . speichel ziehen .
and so on ... schoenen wochenanfang dir . be concrete . bob

Sonntag, Januar 21, 2007

sonntag glocke regen hund
werde kugel sterbe rund
montag gabel messer salz
rede lausche auge balz
dienstag abend schuhe licht
kohlen feder sack gesicht
mittwoch eimer muschel wut
haare finger feuer glut
donnerstag schlaf elle pfand
leder lecker feuchtes land
freitag liebe lebe laut
schmecke lippen taufe haut
samstag speicher weiche aus
singe schreie arme raus
durch all die zeit begleitet dich
ein vielfach unbekanntes ich
egal wie fern du deinem raum
bist in dir wirklichkeit der traum
wo du auch bist was auch geschieht
weit draussen schlaegt der sternenbiet
es strahlt von weit der hintergrund
der haufen galaxienbund

Freitag, Januar 19, 2007

HEUTE SCHLAG ICH KAEFER TOD
UND FAERB DAMIT DAS ABENDROT
ICH SPUCKE MEHRDORN GRAS UND KLEE
STAUB UND STEINE IN DIE SPREE
ICH SCHREI DEN HIMMEL AN UND BAUZE
UND HAU DEN WOLKEN AUF DIE SCHNAUZE

Donnerstag, Januar 18, 2007


Astronomen berechnen, dass allein in unserer Galaxis
eine Milliarde unentdeckter erdaehnlicher Planeten
existieren koennten, die in habitablen Zonen liegen .
ACE :: ADEOS :: Aircraft Sensors :: Apogee AP8p :: ATLAS :: ATM
Aura :: Clementine 1 :: Cluster :: CORONA :: DMSP :: ENVISAT
EO-1 :: ERBS :: FUSE :: FY 2 :: Galileo :: GEOSAT :: GMS 4 GOES 11
GRACE :: HST :: ICESat :: IKONOS :: IMAGE :: IMP 8 :: ISS :: Jason-1
JERS 1 :: Lunar Prospector :: LVIS :: Mariner 10 :: MAS :: Meteor 3
Meteosat :: Microlab 1 :: NCAR :: NEAR :: Nimbus 7 :: NOAA
NSIPP :: OrbView-2 :: POES :: Polar :: PSPT :: QuickBird :: RADARSAT
RHESSI :: SAMPEX :: SeaStar :: SOHO :: SORCE :: Space Shuttle
SPOT 4 :: TAO :: TDRSS :: Terra :: TOMS :: TRACE :: TRMM :: UARS
ULDB :: VAULT :: Viking :: Voyager 1 :: Wind :: Yohkoh

Mittwoch, Januar 17, 2007

Du bist Ich bin der Orbit Universum
Magnet zieht Wirbel Drachenrauch
Ich bin Du bist die Lust Gestaltung
Hahn ist Henne Gold im Bauch

Bist Ich bin Du mitunter unzertrennlich
Mag wohl mich wegzunehmen
Bin Du bist Ich jag fix mich fliehend
Tier will meine Seele zaehmen

Bist Du bin Ich das Lehrbild hier als Festung
Stadt der Staette Schoß
Bin ich bist Du das Nest der Dimension
Augenblick der Zeiten Floß

Ich bist Du bin Engel zwoelf das Ebenbild
Der Unterird im Bogen
Du bin Ich bist Eingang Fuerwort
Einfach Quelle Samen Rogen

Bin Stundschau Niederschrift
Der Zeitpunkt das gestirnte Ich das Amen
Du Zwischenraum die Melodie
Der Sternestaub bist neun Planetenbahnen

Ich Mitte um das Periphere das Echo
Bin Knoten aller Winkel Richter
Bist Chaos Frost der Hitze Luft voll Atem
Du Meer der Brunnen Trichter

Du großer Morgen Eros Flamme
Bin Abgrund aus der Tiefe Raum
Ich Hunger Feuerauge im Begehren
Bist Urstand Leben Wurzel Baum

Bin Stufe Schritt der Leiter das eine Ganze
Du Ring der Kette Weichen
Bist Kreis Schnitt Punkt die Zeit der Ewigkeit
Ich Kugel Licht das Zeichen

Dienstag, Januar 16, 2007

AFTER EGO ALTER EGO
An untidy woman; a slattern.
A scarecrow or a grotesque effigy.
A mop made of a bundle or rags fastened to a stick.
A cat.
A hare.
A mouth or an orifice.
A bone.
An esker.

Freitag, Januar 12, 2007

Ein Gebet an den Mars
1762

Du Gott des Krieges, laß die Erde!
Dein Schritt, mit Blut bemerkt, ist fürchterlich, ist schwer,
Verändre doch die schreckliche Gebärde,
Und schüttle länger nicht den Speer.
Dein wartet der Olymp, und Amor mit dem Bogen
Lauscht an der Mutter Fuß. Steig von des Mordens Bahn
Zur Göttin; dann betrüg' den schlafenden Vulkan,
Wie er vor Zeiten ward betrogen.
Von Waffenschmieden ist er matt,
Wie Venus, die nach dir sechs Jahr geschmachtet hat.
Wie reizend liegt sie da im Elisäer Lenze!
Die Nymphe windet dir und Venus Mirtenkränze,
Mit Blumen untermengt. Schon gießt sie Nectartrank
In goldne Schaalen ein; und wenn auch Götter krank
Für heißer Sehnsucht sind, so ist's gewiß Cythere!
Horch im Getümmel auf, sie seufzet göttlich, höre!
Begieb vom Kampfplatz dich zurück,
Geharnischt wie du bist, an Haupt, an Arm und Fuße.
Cupido zieht dich aus, und deinem ersten Kusse
Dankt unsre ganze Welt ihr Glück.
Der Zorn in einer Frau rief, Mavors, dich hernieder,
Die Sehnsucht einer Frau hol' dich den Göttern wieder,
Und ewig komm' uns nicht zurück.

Anna Luisa Karsch . Berlin

Donnerstag, Januar 11, 2007


Samstag, Dezember 30, 2006

DINGE THINGS
in unserem gegenueber finden wir immer antworten auch auf
ungestellte fragen :: das heisst in bestimmten situationen
koennen wir auf grund der antwort erst die frage stellen :: jede
frage beinhaltet eine unbestimmte anzahl an antworten und
ebenso umgekehrt :: 1:unendlich :: formeln sind massgebend
fuer inhalt und form :: der inhalt der phaenomene ist ihre
erscheinung :: mehr nicht :: unsere einstellung fuer realitaet
entscheidet unsere annahme fuer individuelles leben innerhalb
und ausserhalb unserer wahrnehmungsgrenzen :: wahrheit ist
wahrheit solange sie als solche sichtbar wird :: sichtbares
beinhaltet unsichtbares :: intuition ist nicht messbar :: alles ist
mit allem in irgendeiner form verbunden :: sichtbar unsichtbar
:: alles ist teilbar und von allem teilbaren bleibt immer etwas
uebrig :: restrealitaet ist wie ein samen fuer noch nicht
entwickeltes leben :: jede bewegung beschreibt einen weg
:: das einfache ist das vielfache :: das vielfache das entschiedene
:: wenn wir uns unserer herkunft fragen suchen wir einen zeitraum
:: dieser zeitraum ist jedoch unbestimmt :: das unbestimmte heisst
abfahrt und ankunft :: ankommen werden wir nie :: sprache ist ein
vehikel :: ein fahrzeug :: lenkrad motor :: schluessel rueckspiegel
:: sprache ist das unbewegte das bewegt :: die vielfalt des noch
moeglichen :: das moegliche ist das schoepferische :: ideen sind
wie samen :: ein hemd ein kleid ein faden :: das wirkliche ist das
ich im wir und das wir im es :: es ist das zusammenspiel von
toenen :: jedem ton entspricht ein temperament :: ich ist ein
starkes rauschen :: wir die moeglichkeit zu hoeren :: es das sinnbild
der musik :: was uns als wort geboren ist in seinem ursprung
schon gedacht :: gestalt anzunehmen liegt in der natur der dinge
:: das gestalten selbst ist gegenwaertiges begreifen :: im prozess
reifen :: gott gleich prozess :: believe in your work :: was wir fragen
und antworten ist teil unserer organischen verfassung :: das herz
spricht mit der axt :: die leber mit dem hammer :: alles was wir unser
eigen nennen ist uns angeeignet :: wie angelehnt es gehoert nicht
uns :: es ist nur an uns :: an uns selbst sehen wir die dinge wie sie
wirken :: was auf uns wirkt heisst wirklichkeit

Mittwoch, Dezember 27, 2006

Die Menschenkinder haben Sprache, wissen aber nicht, wie und
woher? ob ein Engel vom Himmel sie gebracht habe? oder ob sie
auf Erden ausgebrütet worden? aus der Bärmutter der warmen
Empfindung und Leidenschaft? oder der kalten Verabredung?
In Ermanglung eines bessern bestieg ein jeder eine Hypothese
die ihm die besten Knöchel zu haben schien, und schwang seinen
Speer. Da forderte nun die Akademie der Wissenschaften in Berlin
die Gelehrten weit und breit auf, diese Ritter zu erlegen und auf
einer neuen Rosinante ins Feld zu kommen, oder auch einen von
ihnen neu auszustaffieren und sein Sancho Pansa zu werden.
Herr Herder kam, sammlete Halme aus der Natur der Seele des
Menschen und seiner Organisation, aus dem Bau der alten Sprachen
und dem Fortgange derselben, aus der ganzen menschlichen
Ökonomie etc., band seine Garbe und stellte sie hin -: Schrei der
Empfindung ist nicht Sprache, nicht ihr Blatt noch ihre Wurzel,
sondern der Tautropfen der sich an Blätter und Blüten anhängt und
sie belebt; das Tier ist immer auf einen Punkt dicht an den sinnlichen
Gegenstand geheftet; der Mensch kann seinen Blick losreißen, wendet
ihn von einem Bilde zum andern, weilet auf einem, sondert sich
Merkmale ab, und hat nun schon ein Wort zur Sprache in sich, das er
von sich gibt, nach dem Ton der sein Ohr dabei trifft, und nach dem
Resultat der Gärung unter den Bebungen der übrigen Seelensaiten -
und so bildet sich nach und nach eine Sprache analogisch, mit der
übrigen Bildung des Menschengeschlechts etc.
(Abhandlung ueber den Urspung der Sprache, Herder 1772)

Dienstag, Dezember 26, 2006

Aus ihren Schultern loesten sich Schneeflocken
die sanft an ihrem Ruecken in den Abgrund gleiteten
unten angekommen bildete sich nahe der Faerse
ein kleiner Huegel ein sich totstellendes Universum

Samstag, Dezember 23, 2006


Er (Schelling) sieht im Kunstwerk den Widerstreit und die
Vereinigung zweier polar entgegensetzter Prinzipien, des
Bewußtlosen und des Bewußten oder von Natur und Freiheit .
In der kuenstlerischen Anschauung wirkt die bewußtlose
Taetigkeit durch die bewußte bis zur voelligen Identitaet
gleichsam hindurch . Der Gegensatz dieser beiden ist ein
unendlicher, und er wird aufgehoben ohne alles Zutun der
Freiheit . Der Grundcharakter des Kunstwerks ist also eine
bewußtlose Unendlichkeit . (oskar becker)
... unter den Zwillingen werden lauter sympathetische Seelen
gebohren, Jochochsen und Anbeter des Priap und Zwischen
zwo Waendekriecher ... in der Jungfrau die Stutzer, Sklaven
und Fluechtlinge ... in der Waage Metzger, Salbenmacher
und alle Arten von Kraemern ... im Schuetzen Spitzbuben,
welche mit den Augen liebaeugeln und mit den Haenden
stehlen ... im Wassermann die Wirthe und Leute, die statt
der Seele eine Gurke im Kopf haben ...
(aus das gastmahl des trimalcion)
Der Kern aller Poesie liegt in der Darstellung der Bewegung,
welche die Teile der Welt nach allgemeinen Gesetzen und
nach einem heiligen Plan rastlos miteinander verbindet .
(hermann lotze)
Alles, was der Intuition Zusammenhang und Einheit gibt, ist das
Gefuehl . Die Intuition ist eben Intuition, weil sie ein Gefuehl
darstellt, und nur durch und aus dem Gefuehl kann sie entstehen .
Nicht die Idee, sondern das Gefuehl gibt der Kunst die schwebende
Leichtigkeit des Symbols . (benedetto croce)
gehe durch alles hindurch
bis alles durch dich hindurchgeht

Mittwoch, Dezember 20, 2006

The German language's affinity for sesquipedalians once led
Mark Twain to quip, "Some German words are so long that they
have a perspective." Having polysyllabic words in a language is
no sin as long as you get your words' worth. In that respect,
those lengthy German words are worth every syllable. Where
else can you find a single word, schadenfreude, for example,
that conveys the whole concept of 'pleasure derived from the
misfortunes of another'?
(Weltschmerz:Gegenschein:Zeitgeber) (www.wordsmith.org)

Dienstag, Dezember 19, 2006


schwelle tuer rahmen schloss scharnier : 5elements
aus einem jahr in ein anderes
aus einem tag in einen anderen
aus einem augenblick heraus in eine andere zeit