Montag, März 21, 2011



Gebet der Fläche

liegend flacht früh im Gebet
kniet das Wort im Frühlingsbeet
lässt ne Feder schluckt ne Silbe
kratzt am Satz sich fort ne Milbe
reibt sich ein mit Schummelpilz
wickelt sich den Brast mit Filz
spricht vom Äther und vom Wetter
bläht ein leises MUSS als Letter
lässt sich von den Sonnenstrahlen
Fernwind und den Dunst aufmalen
greift Versal raus in die Scholle
treibt Gewebe Ausgehwolle
schüttelt aus den Satz vom Streuer
beschreit das Wort als Ungeheuer

Montag, März 07, 2011

Die erste Voraussetzung für das auffällige Phänomen, dass sämtliche
Schriftsteller, die im 18. Jh die deutsche Literatur begründen
protestantischer Herkunft sind, war die intensive Lektüre des heiligen
Textes in deutscher Sprache. Die Kenntnis von Luthers Bibel
garantierte den Zugang zu einer allgemeinen, d.h. nicht ständisch
gebundenen Schriftsprache.
(aus Heinz Schlaffer - eine kurze Geschichte der deutschen Literatur)

Sonntag, Februar 27, 2011


Dienstag, Februar 22, 2011

Stammeswürze Wurzelstamm

Stammeswürze Wurzelstamm
Braut und Meister Bräutigam
Schwarzbier Märzen Pils und Weizen
dieses kann und will mich reizen
klares Wasser aus der Quelle
für das Dunkle und das Helle
Getreide Stärke Hefe Wandel
Zucker Maische Brauers Handel
in den Kessel Malz und Hopfen
jeder Tag ein goldner Tropfen
Kohlensäure Alkohol
wie zwei Brüder Pol an Pol
folglich soll man mit dem gären
auch die reifen Ähren ehren
wie getragen von der Erde
die Weizen Roggen Dinkel Herde
obergärig untergärig
das Bier getrunken vollmundjährig
vom Geschmack aus der Natur
der Gaumen findet jede Spur
salzig feinherb bitter
sauer mildes Süßgewitter
die Aussicht trüb bestechend klar
vom Geruch her unstreitbar
von Beginn an herrlich zart
schwebt der Bierschaumblasenbart
im Lager ruht das kühle Nass
kellerkalt gefüllt im Fass
mit Geduld und Ruhekraft
reift der starke Gerstensaft

Donnerstag, Januar 27, 2011

Fall AFFE

Kinder Küche
Kichererbsein
pürieren brutzeln
rührend Verbsein
Kümmelkreuz
und Prisensalz
fritierte Bällchen
ab in Hals
Fuenf für dich
und Fuenf für mich
Hummus Sesam
öffnet sich

Donnerstag, Januar 20, 2011


Samstag, Januar 08, 2011

OELISAVE

Gelbgrün Schwarz und Rindenbraun
bist du Olive anzuschauen
aus der Frucht und aus dem Baum
Himmel Erde Schmierstoff Traum

Götterblut und Bauernglut
jedwedes nach der Ernte ruht
alter Ast und junges Blatt
ein bischen rauh ein bischen glatt

mal schmeckst du nach dem Morgen
mal riechst du nach dem Meer
den Sinnen bleibt es nicht verborgen
heiter leicht und traurig schwer

O live life du liefe
ausgeschöpft und kalt gepresst
aus dem Kern und deiner Tiefe
wird der Trank ein Leibesfest

du Königin aus Griechenland
bei der ich die Olive fand
mach aus den Kernen mir ein Kissen
sei Hüter deines küssend Wissen

Mittwoch, Dezember 15, 2010




ATEM LENDE


Atem Lende
Feld Fell Schneefall
Ja zu Ende
Jahreswende

Rauch und Brauchtum
Nase Bart
um den Bauch rum
Zimtlauf zart

Atemwand
Dehnung Land
Atemwende
wechselnd Hände

eine schleicht sich
eine laicht
entwirft aus jeder Lage
gebärt 365 Tage

Zahl um Zahl getauft im Namen
steigt jeder Tag in einen Rahmen
erscheint ein Atemzug ein Wille

Leere
Pause

Beatmung aus der Stille

Donnerstag, November 18, 2010

Dienstag, November 09, 2010


Montag, Oktober 25, 2010

aus dem haus und dem profil
liest man aus dem rumpf und kiel
pflegt die ohren mit gelee
elfen tanzen mit der fee

alles zünder wesen schwert
trappedinhercloset und am herd
vierzehn stimmen kochen brei
niemals nichts ist nicht dabei

kein gelage keine gelege
niemand streift mehr durchs gehege
nur die lippen mit dem stift
fordern wesentlich mehr gift


LINK ZUR AUSSTELLUNG
APFEL SCHALE KERN GEHAEUSE Urbach Widdumhof


Samstag, Oktober 23, 2010

regelmäßig lesen
buchstaben verwesen
auf der zeile in der seite
sichtbar in der speicherweite
rakete nasa bohren
feuerbohnen aus den ohren
kopfgewitter blitzplanet
handstand übern rasen geht
oktoberlahmarschloch
auf den kompost fällt das doch
fehlt das blatt und stirbt das laub
reibt der schatten sich am staub
ichgreifdirindiespeichen
schmier dir bratwurst auf die weichen
ich werfe roten Senf nach dir
passier dich ab um kurz nach vier
rauhreif macht den tau steif

Mittwoch, Oktober 06, 2010


Wurzel Zelle Wurzel Zelle
Erde Wasser Urfrucht Quelle
Da der Halt und dort das Leben
Aus dem Dunkel her vom Licht
Kreislauf nimmt dazu zugeben
Wirkt der Stoff Materie dicht
Kann jedes Teilchen sich verweben
In mit über aus der Schicht

Dienstag, Oktober 05, 2010

GREIFT armwärts schweigt die Pumpe
zieht am Vakuum und pfeift
atmet Zwerchfell Rippe Nebel
der sich durch die Felder schleift
Frucht Rabelle Apfel Pflaume
hängt am Ast am Baume reift
als Blatt das Wort der Dichter
wie der den Notenschlüssel GREIFT