Freitag, Januar 08, 2010


Dienstag, Januar 05, 2010

Det neue Jahr
sucht noch verjeblich
allet scheinbar
allet neblich
allet jute wat zum naschen
allet alte in die taschen
allet schöne um den hals
uff den schnee ne hand voll salz
uff der decke vogelfett
allet blöde is och nett
allet schwarze aberglauben
allet weisse friedenstauben
allet bunte schwammig weich
kein kontrast im alletreich

allet laute sucht das leise
jeder knödel sucht ne meise
allet suchen is verjeblich
in der dritten zeile neblich
alle anderen zeilen wandern
ins quergebäude zu den andern
im hinterkopf das essen dampft
allet in der wade krampft
wurzel ast und starker wind
über schopf und nacken rinnt
allet kalte in die vase
jeder rotzt froh aus der nase
allet neue neuzugang
allet warme hochgesang
allet klare klärt sich auf
allet in des lebens lauf

Dienstag, Dezember 29, 2009

Ihr Wesen die Vollendung schafft

Zehn Raaben schreiten
schreien noch reissen
graben umgraben
vorwärts Schmerz hält
fällt Wahnsinn die Welt
was sie gerissen
bricht dein Gewissen
was sie gebunden
im Weltall verschwunden
welch Wort sie erfragen
in der Antwort sie tragen
im Schrei aus Schnabel Mund
wiegt schwarz die Feder kugelrund
der Stab Haus Heiterkeit
aus ihrem Kehlkopf sich befreit
und Ton für Ton aus innerer Kraft
ihr Wesen die Vollendung schafft

Dienstag, Dezember 22, 2009

Or NAMEN t
Ein Namen ein Ort
Die Atemluft enthält, wie die anderen Elemente: Erde, Wasser,
Feuer, (Licht), auch materielle und spirituelle Bildekräfte. Ziel
der künstlerischen Gestaltung durch Sprechen und Singen ist
die Verwandlung (Metamorphose) des Stoffes durch den Geist.
Begriffe, wie Luft, Atem, Odem, Pneuma, sollen hier nur kurz
die innere Hierarchie der Werte andeuten.

Die Möglichkeit in das Maß von Vers und Metrum
einzuschwingen, liegt eben darin begründet, daß der
Mensch diese Gliederung nicht erst abzuhören braucht,
sondern schon besitzt. Insofern ist das Versmaß nichts
Mechanisches, sondern etwas höchst Lebendiges, denn
es beseelt die Sprache. Darin liegt auch die besondere
Wirkung aller gereimten Dichtung.

(aus: Die Kunst des Sprechens. Urtext von Julius Hey)

Montag, Dezember 21, 2009


Ein Jahr geht zu End
e

Ein Jahr geht zu Ende
ich entfalte die Hände

gedenke und wende
bin Gedanke und sende

aus der Textur
entweicht eine Spur

in Wald Feld und Flur
kein Weg keine Uhr

ich entlade das Kalte
Speicher die Falte

leg ab alles Alte
bin Gedächtnis verwalte

ich streich alles glatt
melde bin satt

falte das Blatt
Kalender Schach matt

Sonntag, Dezember 13, 2009

Die Allgemeine Literatur-Zeitung war insbesondere in ihrer
Jenaer Periode zwischen 1785 und 1803 (anschließend
erschien sie bis 1849 in Halle) das auflagenstärkste und
wohl auch verbreitetste wie einflussreichste Rezensionsorgan
im deutschsprachigen Raum. Ihr ambitioniertes Ziel war es,
die gesamte aktuelle Literaturproduktion aus allen Wissens-
gebieten kritisch zu begleiten. An die Seite des täglich
erscheinenden Hauptblattes traten als weitere Publikations-
organe das Allgemeine Repertorium der Literatur, eine
systematische Universalbibliographie, in der das
besprochene Material inventarisiert und disponiert
wurde, sowie die Revision der Literatur, die aus dem
erfassten Stoff eine enzyklopädische Literaturgeschichte
extrahieren sollte. Hinzu kam das literarische Intelligenz-
blatt, dessen Berichterstattung sich um die Infrastruktur
der gelehrten Welt drehte.

Samstag, Dezember 12, 2009


Samstag, November 28, 2009

acht ausserordentlich gefaesse
trieben ungeahnte spaesse
in ihrem innern gab es spiegel
mauern auch aus lehm und ziegel
ein fluss entsprang aus ihrem munde
als wortkreislauf macht er die runde

in jeder wabe gab es energie
man wusste nicht woher und wie
ein gedanke nur und alles lebte
im strom die zeit der raum verwebte
aussen hauch und innen bahn
zum zyklus allphabeet organ

Freitag, November 27, 2009

man's head in the muckheap
don the clock he shot
pudding into cube
in a mobile tube
speaking out from life
to children man and wife
from sesus lommahed and nudda
big mouth are taking fudda

Montag, November 02, 2009




LESEREDE im ZAGREUS BRUNNENSTRASSE 9A 10119 BERLIN

Montag, Oktober 26, 2009

all hallows even eve im all

ich bin der jack schwarz black
mir klebt die hufe erde dreck
aus dem nebel schwerer hauch
sowohl und sogar aber auch
vollgesang um mitternacht
hab zuckerrüben mitgebracht
aus dem graben ackerstrasse
rotzt mir der sirup aus der nase
höllenschlund und beerenwein
im schnapsrausch leuchtet wahres sein
all hallows even eve im all
zerbrüllt der esel seinen stall
sein hinterteil zuzuckt nacktnackt
der schwanz zersägt den takttakttakt
kosmisch ohren senkrechtstarter
gleichgewicht im knorpel harter
dunkel ists der atem hell
herz 50 schlag das blut im quell
und in der ferne hinter faul
entweichen sterne aus dem maul
vieltausend über jahr millionen
in fernen galaxien wohnen
in der materie sich verbirgt
dipol dipol wechsel wirkt
du youpiter und venusnuss
am firmament zum abendkuss
vorlauf dämmerung glüht ihr licht
bis der schütze jungfrau bricht
im suedwesten nebel dampf
urknallfall planetenkampf
ader dark into the mark
brandenburg speit magerquark
haut verbleicht und licht entweicht
das wurzelwerk zum meer hinreicht
stamm und stammbaum wiederkehr
erst erde gras dann steine teer
schwarze löcher blasen schaum
untergrund der raum im raum
aus der mitte wächste die knolle
echtwald frucht und zauberwolle

Ich bin der jack schwarz black
mir klebt die hufe erde dreck
irgendwann trug ich die rübe
heute heisst es kürbisliebe
eingeschnitzt von kinderhänden
die den kopf nach hinten wenden
aus der kohle wurd ne kerze
aus dem koks ein brennend herze
all hallows even eve in der rübe
geist verdampft reizt moleküle
bewegt das teil zur handlung
die kleinste masse wandlung
ich bin gewandert aus und ein
bin tausend seelen nie allein
ich bin der aufbruch bin die reise
trag mit mir zehn pfund eselscheisse
leben tod kein heiliges maskottchen
schwarz pulver heisst mein lottchen
am grabstein les ich die gedanken
die eingeritzt das leben danken
mein mantel hält die kälte warm
aus meinen fledermäusen schwarm
einst war ich keltischer druidel
mit einer sichel und ner fidel
als hexenmeister kräuterbauer
durchdrang ich sein und habenschauer
ich war das buch und war das wissen
nicht schrift nur video das eichenkissen
vollgepackt war mein gedächtnis
prallgefüllt war mein vermächtnis
die mistel immergrün war zeichen
die lebensadern zu bespeichen
heut ists der vers den ich euch reich
mach euch die eingeweide weich
ich säee was was ihr nicht seht
und leuchte euch den weg
und aus dem verse wächst die brücke
pfad verwandelt hin zum steg

Freitag, Oktober 16, 2009


Auf dem Frühstücksteller
Honig Ei und Käse
Cattelan und Demand
Kenn ich nich und Meese
schaun mich an mit Fragezeichen
glauben lieben hoffen
ich soll doch mal die Butter reichen
ohne Deckel offen
schön geschmeidig voller Fett
für die Kriegsbemalung
und bitte seien sie so nett
gegen Rechnung und Bezahlung
gerne denk ich schreib ne Quittung
reich die Butter rüber
ein halbes Pfund mit Sauerrahm
vom Datum her schon drüber
mit dem Messer aufgetragen
verschwinden die Gesichter
und bleich Vers schmiert
am andern Ende
das Wort und auch der Dichter

Donnerstag, Oktober 15, 2009


Dienstag, Oktober 13, 2009

Ausgehtipp

auf jeden Fall und alle Fälle
der Herrgott ausgeht Tipp Zur Quelle
wenn er sich im Beichtstuhl sieht
vor der grauen Masse flieht
zu sich selbst er spricht verwirrt
ich hab mich in der Tür geirrt
sein Spiegelbild in Mahagoni
erblickt den Sohn als Maccaroni
wahrhaftig sag ich ist es wahr
Jesus war ein Nudelstar
SOAPERA

Ich sitz in meiner Wanne
spuck Wasser Mund mach Kanne
fahr mit meiner Seifen
auf der Haut der Reifen
quietscht verjüngt der Schwamm
hin und her von dann nach wann
unterm Wasser schwebt der Dreck
auf und ab und wieder weg
überm Spiegel Blasen Schaum
Mehrzahl Schäume Einzahl Traum
irgendwann der Stöpsel zieht
Wasser Dreck und Haut entflieht
nackt was bleibt in dieser Luft
Fett Öl Schaum und Seifenduft

Montag, Oktober 12, 2009

Quelle Elle quellt aus dir
fabelhaft und Fabeltier
grosses Maul und fette Augen
schwimmt in Öl und kaut auf Laugen
drückt den Knauf und schiebt am Knopf
der Knochen singt und rülpst im Topf
am Boden liegt das Kleid der Braut
der Knorpel stürzt ins Sauerkraut
Mystik Lang und Laster Abgang
die Melodie verkommt im Klang
mit Senf und abgeschmiertem Bier
wird aus der Eins Zwei Drei die Vier
Werde Tür und geh hinein
mach aus jedem Haben Sein
sei der Schlüssel in der Not
sei Zuversicht und Zugangscode

Freitag, Oktober 09, 2009

Walnußschuß

Erster einfach Letzter
vom Kopf her Schwerverletzter
anschlussreich die Schädeldecke
streift im Nebel jede Hecke
automatisch trennt die Nuss
die Schale ab vom Schuß
jagt das Netz dass sie umgab
beisst die Maus den Faden ab
hackt die Krähe sich zum Kern
hat das Fleisch so liebend gern
alles was uns bleibt im All
Walnuß Kern Gehäuse Stall